Reiseziele: besucht und geplant Teil I

Der Anfang meiner Reisen

In Österreich geboren, liegt einem ja eigentlich die Welt zu Füßen. Freiheit in vielen Belangen, finanzielle Spielräume auch ohne reiches Elternhaus. Den ein oder andren Job machen, ein wenig sparen und los geht das Abenteuer.

Mit 15 bin ich das erste Mal mit dem Flugzeug verreist, wir waren einfach immer in den Bergen, nie am Meer oder gar auf einem anderen Kontinent. Unser altes, vollbepacktes Auto, 4 köpfige Familie (+Hund) und ab ging’s nach Tirol. So sahen meine Sommer aus bis ich mich alleine auf die Reise machen durfte.

Mit 13 oder 14 war dann die erste Österreich Tour am Plan, damals gab’s ja noch das Sommerticket oder Ferienticket der ÖBB richtig günstig und mit dem sind wir durch die Bundesländer gezogen und mussten feststellen dass das nicht besonders spannend war. Naja, falsch, damals war im Vergleich zur heutigen Abgebrühtheit natürlich alles auf eine Weise spannend, aber ich denke wir haben uns damals erwartet, die größten Abenteuer der Menschheit zu erleben. Bisschen spazieren, Eis essen, am See rumhängen, Musik hören und einfach nur im Zug sitzen und herumfahren. Das wars eigentlich.

Zurück zum Flugzeug. Bis ich 15 war, hat sich alles in mir gegen die Vorstellung ein Flugzeug zu besteigen, gewehrt. Natürlich würde es abstürzen, obwohl meine immerfort-reisende Tante mir stets gepredigt hat, dass es sich doch um das sicherste Verkehrsmittel handle, war es mir nicht möglich, mich mit dem Gedanken, in ein monströses Ding aus Metall zu steigen, das durch die Lüfte fliegt, anzufreunden. Mein Wunsch die USA zu erkunden war damals gerade sehr ausgeprägt, also habe ich bereits mit 14 begonnen auf eine Transatlantik-Schiffsfahrt zu sparen. Fliegen – niemals.

Ok, ein Jahr später hat sich dann irgendwas in mir entspannt und ich habe ohne groß Nachzudenken freudig eingewilligt, mit meinem Bruder und 2 Freunden zu verreisen. Jahre später habe ich erstmals die damalige Entscheidung meines 8 Jahre älteren Bruders in Frage gestellt – mit seiner anstrengenden 15 jährigen Schwester, ihrer damals guten Freundin und einer eigenen Freundin ein große Reise zu tun. Aber gut, wir waren schließlich ‚well behaved‘ auf diesem ersten Trip, der wahrscheinlich dafür verantwortlich ist, dass ich über die Jahre eine nicht ganz nachvollziehbare Vorliebe für alles u.a englische, irische und schottische habe. Aber wieder einen Schritt zurück, zu diesem Trip, den wir in dieser eigenwilligen Konstellation damals unternommen haben.

Ich habe dabei Schlimmes durchlebt, wie ihr gleich lesen werdet. Gleichzeitig auch viel viel Schönes. Unsere erste Nacht, froh und heiter, nachdem ich meinen ersten Flug (mit Ryanair) überstanden hatte, wurde dieses triumphale Gefühl instant dadurch getrübt, dass wir allen Ernstes in einem Feld voller Schnecken (nicht meine liebsten Tiere) übernachten mussten. Ich jedenfalls habe mich in mein Zelt gewickelt, die Zeltstangen waren im Auto, fragt nicht, ich weiß nicht mehr warum. Es war kalt, nass und schneckig, die Nacht habe ich irgendwie überlebt und bis auf den ein oder anderen Zwischenfall mit schwer verständlichen Einheimischen, einem im Flugzeug vergessenen Reisepass (nicht meine Glanzleistung), dem Fahren auf der ‚falschen‘ Seite, einem kleinen Autounfall mit teurem Werkstattbesuch, einer Schminkaktion am Rücksitz mit Polizeikontrolle und dem wahrscheinlich geschocktesten Polizisten in Irland (aus Langeweile während der Fahrt auf der doch eher monotonen Autobahn irgendwo in Irland kamen meine Freundin und ich auf die Idee uns mit gegenseitigem Schminken die Zeit zu vertreiben, so schminkte ich sie also, mal als Drag Queen, dann als Werwolf..und als wir gerade bei einer Mischform angekommen waren – starkes, buntes Augen Makeup, schwarzer Lipliner und buschige Mono Augenbraue – hält uns doch glatt die Polizei auf, weil mein Bruder zu schnell gefahren ist, eine freundliche Ermahnung, ein langer, irritierter Blick auf die Rückbank zu uns, wo wir durch möglichst neutrale Gesichtsausdrücke gerade versuchen unsere Insanity zu überspielen und weg war er wieder), eine eigenartig riskante Bekanntschaft in Dublin (man geht in dem Alter eigentlich nicht einem fremden jungen Mann mit nach Hause – auch wenn man zu zweit und er sehr betrunken ist, einfach nein) Ich habe irgendwann in der Schule ein Portfolio für den Englischunterricht anfertigen müssen und dabei als Herzstück einen Reisebericht über ebendiese Reise angefertigt – mit dem recht passenden Namen ‚Journey into chaos‘ – lest selbst.

Lange ausgeholt, das war meine erste Flugreise, kurz darauf mit Mama und Freunden nach Griechenland, dann, nachdem ich das Fliegen ein zweites Mal einfach so überlebt hatte, ging’s wie von allein. Auch die Leidenschaft (Leidenschaft bittesehr – kein Zwang, nein, nein, wer das behauptet ist böse…) zum Reisen planen ist mir irgendwann entsprungen und so bin ich von da an sehr sehr regelmäßig verreist. Was zeitweise zum festen Bestandteil meines Alltags gezählt werden konnte, muss im Moment wieder ein bisschen hinten anstehen, aber in der Zwischenzeit kann man ja darüber schreiben, muss ja schließlich verarbeitet werden. Wär schade um die vielen, sagen wir, ‚interessanten‘ Erinnerungen.

Ich war oft in England. Mit oft meine ich wirklich oft, so wie andre Leute sagen sie gehen oft ins Kino. Ich habe nur irgendwann aufgehört mitzuzählen, aber kann es mit ein bisschen Recherche wahrscheinlich ganz gut zurückverfolgen. Sagen wir, es waren ca. 25 Mal. Nicht normal, ich weiß. Vor allem weil ich dort weder Familie noch Freunde habe und bis auf eine kurze Arbeitserfahrung im Mai 2011 habe ich eigentlich immer aus reinem Verlangen dort zu sein, einen Flug gebucht.

Wo war ich denn jetzt schon überall? Ich versuch’s mal chronologisch:

  • Holland (mein erster Geburtstag wurde dort gefeiert)
  • Italien (Tirol, Südtirol, frühe Kindheit)
  • Deutschland (keine topografische Erinnerung)
  • England, Irland, Schottland Mietwagen-Rundreise
  • Griechenland – Kreta
  • England – London
  • England – Mietwagen-Rundreise Cornwall
  • Italien – Toskana
  • Amsterdam, Nordholland, England – Cornwall, Irland, Frankreich (Interrail)
  • England – Plymouth
  • England – Bournemouth
  • England – Salisbury
  • England – Wales
  • England – eigentlich alles außer Nordengland und Midlands
  • Schottland Rundreise*
  • England – Scilly Islands
  • England
  • sorry, not funny
  • Kroatien – Krk, Rab, Vir
  • Slowenien – Bled
  • Spanien – Barcelona
  • die Chronologie schmeiß ich spätestens jetzt über Board
  • Frankreich – St. Malo
  • Kanalinseln – Jersey
  • Frankreich – Bordeaux und Atlantikküste
  • USA – New York
  • USA – New Orleans
  • USA – Charleston
  • USA – Miami
  • Karibik – Curacao
  • Vietnam – einge Orte
  • Kambodscha – verschiedene Plätze
  • England (…)

*Rundreise heißt bei mir fast immer selbstorganisierte, ‚Low Budget‘ Version eines Urlaubs

Wo möchte ich definitiv bald hin?

  • Hawaii
  • Südsee generell
  • Neuseeland
  • Australien
  • Polen
  • Azoren
  • Madeira
  • Israel
  • Libanon
  • Finnland
  • in Vorarlberg war ich auch noch nie…

 

Was ist euer liebstes bereits bereistes (oder Traum-) Reiseziel? Und warum?

 

Anbei noch ein paar Impressionen von dieser ersten eigenständigen Reise, analog geknipst und entwickelt.

 

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